Expo
Transrapid in Shanghai wird verlängert!?
Wie der Spiegel heute meldet wird die Transrapidstrecke, oder Maglev wie er in Shanhai heißt, voraussichtlich über das Expo-Gelände – die 2010 in Shanghai stattfindet – hin zum Flughafen Hongqiao verlängert. Eine entsprechende Vermutung habe ich ja bereits in meinem Maglev-Eintrag geäußert. Damit würde die Strecke auch endlich in Shanghais Stadtkern führen und wäre somit wesentlich attraktiver um vom oder zum Pudong International Airport zu gelangen. Über die weitere Verlängerung in das rund 175 Kilometer entfernte Hangzhou ist noch nichts bekannt.
Lediglich das Votum der Kommunistischen Partei steht noch aus. Eine entsprechende Entscheidung wird aber für den am 15. Oktober beginnenden Parteitag erwartet. Mit ausschlaggebend für die Einigung aller beteiligten Parteien war scheinbar auch das Bekenntnis der Deutschen zur Transrapidstrekce vom Münchener Flughafen zum Hauptbahnhof, das ebenfalls noch nicht ganz in trockenen Tüchern ist. Aber bis in Deutschland eine endgültige Entscheidung fällt haben die Chinesen ihre Streckenverlängerung vermutlich schon gebaut!
Shanghai (上海) sum up
Dass waren sie also, meine acht Tage in Asiens Boomtown Shanghai (上海). Atemberaubend groß, beeindruckend schön aber auch ungemein anstrengend sind die Attribute, die mir abschließend dazu einfallen. Definitiv eine Stadt die man mal gesehen haben sollte und die man eventuell über Jahre hinweg öfters einmal besuchen sollte um die rapiden Veränderungen zu sehen und mitzuerleben die Shanghai erfährt. Wer weiß vielleicht zur Expo 2010 wieder! ![]()
Highlights waren sicherlich – wie sollte es anders sein – der Bund (外滩), sowohl bei Tag wie auch zur nächtlichen Stunde, der Yuyuan Garden (豫园) mit seinen zahlreichen Teichen, Felsformationen und Pagoden, Xintiandi (新天地) und die French Concession mit ihrem unnachahmlichen Flair und Pudong respektive Lujiazui (陆家嘴) mit seinen zahlreichen Wolkenkratzern und dem Oriental Pearl Tower (东方明珠塔).
Ein erneuter Besuch in Shanghai lässt sich schon kaum deshalb nicht vermeiden, weil ich sowohl die Seidenstadt Suzhou (苏州) als auch den Westsee in Hangzhou (杭州) nicht besucht habe! Also auf bald und 再见 (Zài jiàn).
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Shanghai Urban Planning Exhibition Hall
Heute waren Museen und Ausstellungen angesagt. Mit der Metro ging es zum Renmin Square. Auf dem Weg zur Metro kam ich durch die atmosphärische Dianchi Road.
Als erstes stand die Shanghai Urban Planning Exhibition Hall auf dem Plan. Auf vier Etagen bekommt der geneigte Besucher hier für 40 Yuan allerlei Wissenswertes über die Shanghaier Stadtplanung präsentiert. In der Lobby wird hier die Entwicklung entlang des Huangpu an einem Modell präsentiert, wo auch die Planungen für das Gelände der Expo 2010 zu sehen sind. In einem Zwischengeschoss mit freiem Blick auf die Lobby findet man zahlreiche Fotographien und Karten des alten Shanghai wieder. Der dritte Stock – der zweite ist für Sonderschauen reserviert – befindet sich dann ein Modell von Shanghai im Maßstab 1:2000, dass jedes einzelne Gebäude der Stadt enthält, oder wie es im besten Shanghaier Englisch heißt, der Master Plan. Durch eine Öffnung in der Decke kann dieses Modell auch zusätzlich noch von einem Stockwerk darüber betrachtet werden. Darüber hinaus gibt es in der vierten Etage zahlreiche themenspezifische Bereiche wie Flughafen, Umweltschutz, Transport, der neue Containerhafen, der auf einer Inselgruppe 30km im Meer entstehen soll und vieles weitere. Das ganze ist immer interessant aufbereitet und illustriert und somit nicht nur für angehende Städtebauer sehenswert!
Anschließend lädt das Cafe im fünften Stock mit seinem fantastischen Blick über den Renmin Square noch etwas zum Verweilen ein. Im Keller (!!) gibt es dann noch eine nachgestellte Shanghaier Straßenszene zu Beginn des letzten Jahrhunderts, in der echte Geschäfte zu finden sind. Wer das Municipal History Museum kennt hat hier nichts verpasst.
Maglev (Transrapid – 上海磁浮示范运营线)
Vom Oriental Pearl Tower ging es dann mit der Metro bis zur Longyang Road Station. Hier befindet sich die städtische Haltestelle des Transrapid, in China besser bekannt als Maglev (上海磁浮示范运营线) oder Xinhu Pearl. Was die dämlichen Deutschen nicht fertigbringen – fahrt doch mal vom Flughafen München zum Hauptbahnhof! – wurde in China im Dreischichtbetrieb von 10.000 Arbeitern in nur 22 Monaten fertiggestellt. Für 80 Yuan für Hin- & Rückfahrt kann man die 30 Kilometer zwischen dem Pudong International Airport und der Longyang Station in knapp 8 Minuten überbrücken. Maximalgeschwindigkeit von 431km/h inklusive. Die Vibrationen während der Fahrt sind dann auch nicht technisch bedingt, sondern entstehen durch Gegen- und Seitenwinde.
Für knapp 50 Sekunden raßt man also über eine langsam im Sumpf versinkende Strecke durch Vorstädte und über Felder. Der Rest der 8-Minuten-Fahrt wird zum Beschleunigen und Abbremsen benötigt. Ein tolles Erlebnis made in Germany – nicht nur für technikbegeisterte Besucher. Der große Durchbruch des Transrapid steht aber noch aus. Das mag wohl auch daran liegen, dass die Transrapid-Trasse nicht ins Stadtzentrum von Shanghai selbst führt, sondern lediglich an die Stadtgrenze von wo aus man dann mit der U-Bahn oder per Taxi (was wohl nicht immer ratsam ist) weiterfahren muss. Da ist ein Taxi direkt vom Flughafen dann halt nur unwesentlich langsamer. Doch ein Ausbau der Strecke vorbei am künftigen Expogelände die hier 2010 stattfindet und weiter nach Hangzhou (ca. 100km), sowie eine Abzweigung zum alten und immer noch für Inlandsflüge genutzten Flughafen Hongqiao ist immer wieder im Gespräch.
The Devil rides VW Santana!
Zügiges Fahren ist ja eine Sache, aber was in Shanghai in Punkto Verkehr abgeht spottet jeglicher Beschreibung. Ampeln – insbesondere rote – dienen hier mehr oder weniger nur zur Beleuchtung einer Kreuzung denn zur Regelung des Verkehrsflusses. Der Wechsel von vier Spuren auf einmal ist nicht die Ausnahme sondern die Regel. Vom Rechts überholen ganz zu schweigen. Insbesondere die zahlreichen Taxis, die fast ausnahmslos vom Typ VW Santana sind, stellen den natürlichen Feind eines jeden Fußgängers in Shanghai dar! Zum Artenschutz setzt die Stadt Shanghai Verkehrslotsen ein – teilweise sogar vier bis fünf pro Kreuzung -, die sich bewaffnet mit Trillerpfeife und Warnweste in ihrer grünen Uniform todesmutig in den Verkehr werfen und dabei neben motorisierten Verkehrsteilnehmern genauso Passanten mit Pfiffen zurechtweisen die meinen bereits vor der Grünphase eine Straße überqueren zu müssen. All dies in der Hoffnung den Shanghaiern bis zur Expo 2010 ein Mindestmaß an Verkehrssicherheit beizubringen.
Und nur weil man sich auf einem Fußweg oder Gehsteig befindet heißt dies nicht automatisch, dass einem keine Fahrzeuge mehr entgegen kommen oder von hinten anhupen und/oder an einem vorbeirauschen. Autos sind auf Gehsteigen zwar seltener anzutreffen – zumindest fahrend – allerdings muss man sich immer noch gehörig vor Motorrollern und Fahrrädern in Acht nehmen. Und so dient ein Gehsteig auch nicht als Fußweg sondern in erster Linie als Parkplatz für eben jene Zweiräder – des Öfteren sogar mit “Parkplatz”-Wächter und Einweiser! So ist es auch nicht verwunderlich, dass für manch einen schon eine einfache Luftpumpe die Grundlage für ein eigenes Geschäft ist!